Diese Chronik hat jemand auf einer Schreibmaschine geschrieben, vermutlich in den späten 1970er- oder 1980er-Jahren. Wer es war, wissen wir noch nicht. Was wir wissen: Er hat sorgfältig gearbeitet. An einer Stelle hat er seine eigene Überschrift wieder durchgestrichen, weil ihm der Beleg fehlte.
Genau so wollen wir es hier halten. Jeder Abschnitt lässt sich gegen die Originalseite prüfen — ein Klick, und der Scan liegt daneben. Und am Ende jedes Kapitels steht, was wir nachgeprüft haben und was offen bleibt.

29. Juli 1908
Die Nacht, in der der Haselbach kam
Ein Mittwochnachmittag, zwei Stunden Regen über dem Hartberg – und am Morgen darauf war das Tal von Uderns bis Schlitters ein einziger brauner See.

Die Tiroler Landeshymne
Ein Musiker im Mesnerhaus
Leopold Knebelsberger kam nach Hart, um Sänger zu suchen. Wohnte im Mesnerhaus, spielte auf der alten Orgel. Und dann gibt es diese Geschichte.

26. Jänner 1956
Vier Fallschirme in einer Tanne
Der Mühllachbauer treibt in der Früh das Vieh zur Tränke – und findet zwei Behälter zu je 250 Kilo, mit Kameraobjektiven, einer Antenne und Aufschriften auf Englisch, Russisch und Chinesisch.

1486 – heute
Unsere Pfarrkirche
Eine arme Bergbauerngemeinde nimmt einen Kredit auf und baut sich in Fronschichten eine neue Kirche. Die gotischen Chormauern lässt sie stehen – sie tragen bis heute.

um 1650 – heute
Die Kapelle am Berg
Kinder bauen ein Hüttchen. Die Nachbarn machen es größer. Ein kranker Bauer wird im Schlaf ermahnt, es zu erweitern. Fünf Bilder auf einer Votivtafel erzählen den ganzen Weg.

1432 – 1951
Die Schützen
Vom Scheibenschießen mit brennenden Lunten bis zur Holzkanone gegen die Besatzungsmacht. Dazwischen liegt eine Nacht in Hall, die sechzehn Männer nicht überlebten.

Ein Menschenalter
Die Sommerfrischler
Erst kamen sie ungelegen. Sie zertrampelten das Gras, das man als Viehfutter brauchte, und machten Urlaub, während man selbst bei jedem Wetter arbeitete.
Wie alt ist Hart?
Man könnte eine Jahreszahl an den Ortseingang schreiben. Wir haben fünf gefunden, und sie widersprechen einander. Eine davon steht in einer Urkunde, die im 14. Jahrhundert gefälscht wurde.