Wie wir arbeiten
Eine Ortschronik ist kein Geschichtsbuch. Sie ist eine Sammlung von Behauptungen, die jemand aufgeschrieben hat – manche belegt, manche vom Hörensagen, manche schlicht falsch. Diese Seite trennt das.
Die Quelle
Den Anfang machen 134 maschinschriftliche Seiten aus dem Gemeindearchiv, überliefert in drei Konvoluten. Sie sind nicht das Ende: Vereinschroniken, Amtsakten und private Sammlungen kommen dazu. Sie enthalten handschriftliche Korrekturen des Verfassers – Streichungen, Einfügungen, Randnotizen. Diese Korrekturen sind Teil der Quelle und werden hier nicht stillschweigend eingearbeitet, sondern sichtbar gemacht.
Die Transkription
Jede Seite wurde einzeln gelesen und abgeschrieben. Die automatische Texterkennung des Scanners war bei der Schreibmaschinenschrift zu unzuverlässig – sie las etwa „l{irche“ statt „Kirche“ und verwandelte die Jahreszahl 1908 in 1988. Solche Fehler wandern in einer Chronik still weiter und sind später kaum mehr zu finden.
Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originals bleiben erhalten, auch wo sie heute ungewöhnlich wirken. Offensichtliche Tippfehler werden nicht korrigiert.
Der Beleg
Unter jedem Abschnitt steht eine Schaltfläche, die die Originalseite öffnet. Wer dieser Seite nicht glaubt, muss es nicht – er kann nachsehen.
Der Prüfstand
Am Ende jedes Kapitels steht, was wir gegengeprüft haben und was offen ist. Geprüft wird auf zwei Wegen:
Innere Stimmigkeit. Gehen die Daten auf? Passt der Wochentag zum Datum? Widerspricht sich der Text an anderer Stelle? So ließ sich etwa das Datum der Wasserkatastrophe absichern: Die Chronik nennt „Mittwoch, den 29. Juli“. Der 29. Juli 1908 war ein Mittwoch – der 29. Juli 1988 ein Freitag.
Äußerer Abgleich. Gegen gesicherte Literatur und amtliche Quellen: das Tiroler Urkundenbuch, die hydrologische Chronik des Landes Tirol, Nachbargemeinden, Fachlexika.
Was wir nicht tun
Wir glätten keine Widersprüche. Wo die Chronik eine Überlebende auf einer Seite Aloisia und auf der nächsten Elisabeth nennt, steht hier beides. Wo sie elf Tote zählt und zwei Seiten später zwölf, steht hier beides. Wer die Zahl braucht, muss ins Archiv – aber er weiß wenigstens, dass er es muss.
Und wir erfinden nichts dazu. Kein Text auf dieser Seite stammt aus einer Zusammenfassung, die jemand oder etwas aus der Chronik gemacht hat. Alles geht auf eine Seite zurück, die man sich ansehen kann.
Mitarbeit
Diese Chronik ist unfertig und wird es bleiben. Wer eine Person auf einem Foto erkennt, einen Fehler findet, ein Dokument zuhause hat oder sich an etwas erinnert: Bitte im Gemeindeamt melden. Das meiste, was noch fehlt, liegt nicht in Archiven, sondern in Schubladen und Köpfen.